Wir nähen einen Wandteppich!

Unser erster Lumbung ist fertig und ist im Überseemuseum Bremen ausgestellt, das 2.  Foto rechts zeigt den Lumbung.

Im Rahmen des Projektes „Face to Face – Upcycling Atelier“ des Bürgerzentrums Neue Vahr e.V. ist aus Stoffen mit unterschiedlichen Farben, Formen und Texturen ein Wandteppich nach Art des Lumbung entstanden. Das Projekt wurde vom ESF (Europäischer Sozialfonds) gefördert und war ursprünglich 2019 gestartet, damit Geflüchtete und Migrant*innen schneller in Bremen Kontakte knüpfen, ihre Deutschkenntnisse verbessern und damit etwaige Barrieren abbauen. Der fertige Wandteppich ist nun im Übersee-Museum zu sehen.

Am 19. Mai 2024 wird im Übersee-Museum ein weiterer Lumbung versteigert. Lumbung ist das indonesische Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert und anschließend verteilt wird. Dieser Gemeinschaftsgedanke spiegelt sich im Wandbehang wider, denn der entstandene Wandteppich zeugt von genau dieser gemeinschaftlichen Arbeitspraxis: Er besteht aus mehreren kleinen Elementen, die sich in Form, Farbe und Material unterscheiden. Dennoch fügt sich jedes einzelne kleine Kunstwerk in das Gesamtensemble des Wandteppichs ein und stärkt die erzählerische Kraft dieses 3×4 Meter großen Kunstwerks.

Jeden Donnerstag von 15:00 bis 18:00 Uhr ist das „Face to Face – Upcycling Atelier“ im Übersee-Museum, um dort an einem zweiten Lumbung zu arbeiten. Wenn Ihr Interesse habt, schreibt einfach eine Mail an atelier@bzvahr.de

Fragen zur Veranstaltung

Lebenswerter Stadtteil sowie gemeinschaftliches, tolerantes Miteinander.

Vielfältig und bunt, das ist das BZVahr.

Das Spektrum der vielfältigen Arbeit reicht von kunstpädagogischen Projekten, der Gestaltung von Kultur- und Freizeitinteressen und der Vernetzung verschiedener Institutionen im Bremer Stadtteil Neue Vahr bis hin zur Förderung von Selbstorganisation und der ehrenamtlichen Tätigkeit. Das attraktive Angebot in der Kultur, Bildung und Freizeit wird durch regelmäßige oder einmalige Veranstaltungen ergänzt: Hier werden Konzerte und Theateraufführungen organisiert, Sportereignisse übertragen, Kongresse, Versammlungen und Fachtagungen durchgeführt. Bürger*nnen  finden in den Räumlichkeiten des Bürgerzentrums auch die Bremer Volkshochschule, die Caritas und den Täter-Opfer-Ausgleich.

Das BZVahr ist Vielfalt, Gemeinschaft, Kultur uvm.

Das BZVahr steht für:

  • Ange­bote für Kin­der, Jugend­li­che und Erwachsene
  • Kunst­päd­ago­gi­sche Projekte
  • Gestal­tung von Kultur- und Frei­zeit­in­ter­es­sen und der Ver­net­zung ver­schie­dener Institutionen
  • För­de­rung von Selbst­or­ga­ni­sa­tion und ehren­amt­li­cher Tätigkeit
  • Krea­ti­vi­tät, Gesel­lig­keit und Mitgestaltung

Neben Kon­zerten, Thea­ter­auf­füh­run­gen, Sport­ver­an­stal­tun­gen oder Kon­gressen finden hier auch Ver­samm­lun­gen, Fach­ta­gun­gen und vie­le andere Veranstaltungen statt.

Bürgerzentrums Neue Vahr –
damals und heute

Die wechselvolle Entstehungsgeschichte des Bürgerzentrums Neue Vahr beginnt bereits einige Jahre vor Eröffnung des Hauses.

Die „Kommunalpolitische Arbeitsgemeinschaft“ legt 1970 das Papier „Soziale Defizite in der Vahr“ vor. Aus diesem Konzept heraus entsteht dann der „Bürgerausschuss zur Umgestaltung der Neuen Vahr“. Im Fokus der geplanten Umgestaltung steht ein Bürgerzentrum, das offen für alle sein soll. Denn nach und nach werden die Rufe der Vahraonen nach einer Begegnungsstätte laut: Sie sind es damals leid, mit ihren Nachbarn*innen und den anderen Bewohner*innen des Stadtteils kaum etwas zu tun zu haben – ein Bürgerzentrum soll also her.

Im „Entwicklungskonzept für ein Bürgerzentrum Neue Vahr“ werden die genauen Pläne schließlich 1974 vorgelegt. Und obwohl der Bürgerausschuss seine Arbeit aufgrund von verschiedenen Differenzen 1975 eingestellt hat, wird das Projekt „Bürgerzentrum“ immer weiter vorangetrieben. Die „Nachbarschaft Neue Vahr“ folgt daraufhin dem Vorschlag des scheidenden Ausschusses, einen Verein „Bürgerzentrum Neue Vahr“ zu gründen. Dieser soll eng mit den Vahraonen zusammenarbeiten, um das Haus nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Nach der Grundsteinlegung im März 1976 und dem ersten Spatenstich im September des gleichen Jahres wird das Bürgerzentrum Neue Vahr dann endlich am 1. Oktober 1977 eröffnet – mit über drei Ebenen verteilten Gruppen-, Hobby- und Werkräumen, einem großen Saal sowie einem Café.

In den letzten 40 Jahren hat sich das Bürgerzentrum Neue Vahr optisch kaum verändert.

Die ersten Veränderungen werden dabei bereits kurz nach der Eröffnung umgesetzt – so bekommen Info-Dienst und Café jeweils eine eigene kleine Küche, und sowohl im Kinder- als auch im Jugendbereich wird für die Mitarbeiter*innen ein Büro eingerichtet. Zudem wird damals ein Teil des Foyers zu einer Küche für den Saal umgebaut. Zwei große Umbauaktionen sind seitdem durchgeführt worden.

Sein heutiges Gesicht erhält das Bürgerzentrum 2000: Denn im Zuge eines Umbaus der Berliner Freiheit wird der Eingangsbereich zum Markt komplett verändert – bei der Gelegenheit bekommt der Saal zudem seine neue Küche. Frische Farben und eine Veränderung des Jugendbereichs kommen schließlich 2005, zusammen mit einem neu gestalteten Café, das für eine Öffnung des Foyers sorgt.

Von Anfang an will das Bürgerzentrum ein offenes Haus für alle sein:

Neben verschiedenen Kreativangeboten werden regelmäßig Stadtteilfeste, Modenschauen sowie andere bunte Shows veranstaltet. Von Cindy & Bert, Michaela und Chris Andrews bis hin zum Bruder Mick Jaggers Chris geben sich hier inbesondere in den 80er Jahren Stars und Sternchen die Klinke in die Hand.

Im Bürgerzentrum trifft sich der Stadtteil zum Tanzen, Feiern, Spielen – oder zum anregenden Gedankenaustausch. So bietet das Bürgerzentrum im Laufe der Jahre auch die Gelegenheit zum politischen Diskurs, indem es die Vahraonen mit Politikern wie beispielsweise Heiner Geißler, Franz Müntefering oder Rita Süssmuth zusammenbringt.

Ein Haus für alle

40 Jahre Bürgerzentrum, 40 Jahre ein offenes Haus: Das Bürgerzentrum Neue Vahr lebt dieses Motto seit vier Jahrzehnten. Bremer*nnen können sich hier kreativ-künstlerisch austoben, singen, tanzen, basteln oder werkeln – und ihre ganz eigenen großen und kleinen Feste feiern. Ob Mehrzweckraum, Saal oder Seminarräume: Alle Räumlichkeiten lassen sich buchen, und sogar die Foyers werden von Künstler*nnen als Ausstellungsfläche genutzt.

Von Anfang an setzt das Bürgerzentrum die Kinder- und Jugendarbeit in den Fokus. Im Laufe der Jahre reagiert es allerdings auch auf neue gesellschaftliche Anforderungen, indem Angebote entsprechend angepasst worden sind. So bekommt die Integrationsarbeit bereits in den 80er Jahren einen höheren Stellenwert – und auch die Kooperation mit Kirchengemeinden und anderen Institutionen der Vahr hat bereits seit 1977 Priorität.